Der Bauantrag - Antrag auf Baugenehmigung für ein Bauvorhaben durch den Bauherr

Für Baumaßnahmen wie Neubau, Erweiterung oder Umbau ist in der Regel eine Baugenehmigung durch die Bauaufsichtsbehörde erforderlich. Die Prüfung der Genehmigungsfähigkeit erfolgt durch die Bauaufsichtsbehörde auf Grundlage eines vollständig eingereichten Bauantrags durch den Bauherr. Auch eine Nutzungsänderung ist meist genehmigungspflichtig. Für genehmigungspflichtige Vorhaben sieht die Landesbauordnung NRW zwei Prüfungsverfahren vor. Das einfache Baugenehmigungsverfahren § 64 BauO NRW  und das Baugenehmigungsverfahren § 65 BauO NRW. Das einfache Baugenehmigungsverfahren gilt für alle baulichen Anlagen, die nicht der Genehmigungsfreiheit unterliegen § 63 BauO NRW bzw. Sonderbauten nach § 50 BauO NRW sind. Zu dem Baugenehmigungsverfahren zählen stets Sonderbauten nach § 50 BauO NRW das eine umfassender Prüfung des Antrags auf Baugenehmigung vorsieht.

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Bauvoranfrage stellen - Wie erhalte ich einen Bauvorbescheid?

Vor Einreichung des Bauantrags können durch eine Bauvoranfrage einzelne wichtige Fragen im Vorfeld verbindlich geklärt werden. Damit kann für die wesentlichen Teile eines Bauvorhabens Planungs- und Investitionssicherheit erzielt werden. Die Erteilung des Vorbescheid gilt drei Jahre und kann nach § 77 BauO NRW schriftlich jeweils bis zu einem Jahr verlängert werden.

Wann ist ein Vorbescheid sinnvoll?

Eine Bauvoranfrage stellen empfiehlt sich, wenn geklärt werden soll, ob ein Bauvorhaben auf einem Grundstück planungsrechtlich zulässig ist und die Rahmenbedingungen seitens der Baubehörde nur in einer tiefergehenden Prüfung festgestellt werden können. Desweiteren können mit einer Bauvoranfrage Befreiungen von planungsrechtlichen Festsetzungen geprüft werden sowie ob das Bauvorhaben mit nachbarlichen Belange vereinbar ist. Ein positiver Bauvorbescheid bindet die Bauaufsichtsbehörde nur auf die im Antrag gestellten Fragen. Übrige Belange und Darstellungen, die erst im Baugenehmigungsverfahren geprüft werden, sind davon nicht erfasst.

Erforderliche Unterlagen für die Bauvoranfrage

Dem Antrag auf Vorbescheid beizufügenden Bauvorlagen sind nach § 77 BauO NRW bei Errichtung oder Änderung eines Gebäudes von einem Entwurfsverfasser, der bauvorlageberechtigt ist, zu unterschreiben. Dies gilt nicht für einen Antrag auf Vorbescheid, mit dem nur über die Vereinbarkeit mit den planungsrechtlichen Vorschriften über die Art der baulichen Nutzung, die Bauweise und die überbaubare Grundstücksfläche entschieden werden soll. Der Umfang der einzureichenden Bauvorlagen und die genaue Fragestellung sollte im Vorfeld mit der Bauaufsicht abgestimmt werden.

Bauantrag stellen - Was wird für den Bauantrag benötigt?

Für den Bauantrag und das Baugenehmigungsverfahren sind Fachkenntnisse vorausgesetzt. Das bedeutet, dass erforderliche Bauvorlagen wie Pläne und UNterlagen zum Bauantrag nur von Personen angefertigt werden, die eine Bauvorlageberechtigung besitzen. Bauvorlageberechtigt ist laut § 67 BauO NRW zum Beispiel, wer die Berufsbezeichnung “Architektin” oder “Architekt” führen darf und als Mitglied einer Ingenieurkammer in die von der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen geführte Liste der Bauvorlageberechtigten eingetragen ist.

Der Bauantrag - Übersicht der erforderlichen Bauvorlagen

Die amtlichen Bauantragsformulare sind gesetzlich vorgeschrieben und dürfen nicht verändert werden. Die Architektenkammer NRW stellt wichtige Informationen zum Downlaod bereit. Für den Bauantrag sind in der Regel folgende Unterlagen erforderlich:

Allgemeine Unterlagen zum Bauantrag

  • Bauantragsformular

  • Baubeschreibung

  • Betriebsbeschreibung bei gewerblichen Anlagen

  • Nachweis des Brutto-Rauminhaltes

  • Angabe der Rohbau- bzw. Herstellungskosten

  • Wohn- und Nutzflächenberechnung

  • Nachweis der erforderlichen PKW und Fahrrad Stellplätze

  • Artenschutzerklärung

  • Erhebungsbogen Baustatistik

Amtlicher Lageplan/Flurkarte

  • Auszug aus Flurkarte

  • Lageplan bzw. amtlicher Lageplan

Bauzeichnungen

  • Grundrisse

  • Schnitt(e)

  • Ansichten

  • Flächengestaltungsplan

Evtl. Zusätzliche Forderungen

  • Maß der baulichen Nutzung

  • Nachweis der Bauvorlageberechtigung

  • Antrag auf Eintragung einer Baulast

  • Befreiungsantrag von den Festsetzungen eines B-Planes mit Begründung Abweichungsantrag mit Begründung

  • Nachbarzustimmung aller im Grundbuch eingetragenen Eigentümer

  • Brandschutzkonzept

  • Lüftungskonzept

  • Schallgutachten

  • Standsicherheitsnachweis

  • Bodengutachten

Bauantragsformular

Das Bauantragsformular wird dient dem Bauantrag für genehmigungspflichtige Vorhaben sowie auch dem Antrag auf Vorbescheid. Änderungen zu einem bereits eingereichten Vorhaben können durch einen Änderungsantrag und Angabe des Aktenzeichens gestellt werden, so lange das Verfahren noch nicht komplett abgeschlossen ist. In der Regel ist das der Fall, wenn nach Fertigstellung alle Unterlagen der Behörde vorliegen und keine Restarbeiten mehr gefordert werden.

Bautechnische Nachweise

Fachleute und Sachverständige erstellen entsprechende Nachweise um sicherzustellen, dass Bauvorhaben den technischen Anforderungen entsprechen. Je nach Vorhaben werden folgende Nachweise beim Bauantrag geprüft:

  • Standsicherheit

  • Brandschutz

  • Schallschutz

  • Wärme- und Feuchteschutz

  • Bodengutachten

  • Lüftungskonzept

Baugenehmigung Dauer - Wie lange dauert es bis ein Bauantrag genehmigt ist?

Eine klare Fristenregelung gibt es nicht, wie lange die Bauaufsichtsbehörde im Bauantragsverfahren Zeit nehmen kann, ehe sie über einen Bauantrag entscheidet. Bei der Länge des Verfahrens kommt es vor allem auf die Umständ des Einzelfalls an. Eine gewisse Wartezeit ist somit unvermeidlich.

Die Bauaufsichtsbehörde hat allerdings nach § 71 BauO NRW innerhalb von zwei Wochen nach Eingang des Bauantrags zu prüfen,

1. ob der Bauantrag und die Bauvorlagen den Anforderungen des § 70 und den Vorschriften einer aufgrund des § 87 Absatz 3 erlassenen Rechtsverordnung entsprechen,
2. ob die Erteilung der Baugenehmigung von der Zustimmung, dem Einvernehmen, Benehmen oder von der Erteilung einer weiteren Genehmigung oder Erlaubnis einer anderen Behörde (berührte Stelle) abhängig ist,
3. welche anderen Behörden oder Dienststellen zu beteiligen sind und
4. welche Sachverständigen heranzuziehen sind.

Ist der Bauantrag unvollständig oder weist er sonstige erhebliche Mängel auf, fordert die Bauaufsichtsbehörde unter Nennung der Gründe die Bauherrschaft zur Behebung der Mängel innerhalb einer angemessenen Frist auf. Werden die Mängel innerhalb der Frist nicht behoben, gilt der Antrag als zurückgenommen. Unmittelbar nach Abschluss der Prüfung nach Satz 1 hat die Bauaufsichtsbehörde den Bauantrag und die dazugehörenden Bauvorlagen mit Ausnahme der bautechnischen Nachweise der Gemeinde zuzuleiten.

Baugenehmigung Kosten - Wie viel kostet ein Bauantrag?

Für die Erteilung und Bearbeitung des Bauantrags werden Gebühren erhoben. Die Gebühren für den Bauantrag richten sich nach der jeweiligen Gebührenordnung von Baubehörde und Gemeinde und und werden in der Regel prozentual anhand der Baukosten ermittelt. Für den Bauantrag sind daher die Baukosten je m³ umbauten Raum anzugeben.  Als Richtwert kann von 0,5 % der Bausumme ausgegangen werden.